Mensdorf Brill

SPEZIFIZITÄT

Biotoptyp: Feuchtgebiete

Fläche: 6 ha

Gemeinde: Betzdorf

Lage des Grundstücks der Stiftung

mensdorf brill

Mensdorf Brill in Bildern

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Das Feuchtgebiet „Mensder Brill“ erstreckt sich über rund 50 Hektar zwischen Mensdorf und der Autobahn Luxemburg-Trier. Die Vegetation auf diesem restaurierten Abschnitt des Syrah umfasst viele national und europäisch geschützte Lebensräume, darunter den Syrah-Fluss, Schilfbeete, Magnokarien, Megaphore, feuchte Wiesen und Ödland, stehendes Wasser, magere Heuwiesen, Hecken, etc. Diese Biotope beherbergen eine reiche Fauna, insbesondere wirbellose Tiere, und mit dem angrenzenden Schlammwiss sind sie Zufluchtsort und Nahrungsgrundlage für viele Vögel.

Die Fondation Hëllef fir d’Natur besitzt 6 Hektar Land in der syrischen Auenlandschaft.

Eine ökologische Entwicklung der Schwemmebene

Die Renaturierung des Syre-Flusses im Jahr 2003 zielte darauf ab, das alte Bett im Taltrog wiederherzustellen und damit die natürliche Dynamik der Überschwemmungen wiederherzustellen. Dank des neuen „alten“ Bettes, das flach, aber ziemlich breit ist, wird die Strömungsgeschwindigkeit reduziert und das Wasser breitet sich in der Oberfläche aus, was zum Auftreten verschiedener, mit der Wasserdynamik verbundener Lebensräume führt: Schlamm, Schilf, feuchte Wiesen usw.

Um diese neu geschaffenen Biotope zu erhalten und die natürliche Sukzession des Auenwaldes zu verhindern, hat die Administration de la Nature et des Forêts nach der Renaturierung einen umfangreichen landwirtschaftlichen Betrieb in Form einer Dauerbeweidung mit Rindern eingerichtet.

Biodiversität in Feuchtgebieten

Die Durchführung einer regelmäßigen Überwachung hat es ermöglicht, die Entwicklung des Standortes seit der Renaturierung zu bewerten. 15 Jahre später belegen Schilfbeete, Magnocarien und Feuchtwiesen große Flächen und Tierinventare zeigen das Vorkommen seltener Arten. Erschrockene rote Fahnen nisten in den Schilfbeeten, Schnepfe besucht regelmäßig die Ufer schlammigen Wassers auf der Suche nach Nahrung, ebenso wie königliche und schwarze Drachen, die über dem Reservat schweben. Aus Insektensicht wurden viele Arten von Motten und Schmetterlingen erfasst, darunter Sumpfkupfer, eine Flaggschiffart für offene Feuchtgebiete, die in Anhang II der Habitatrichtlinie aufgeführt ist. Eine weitere Art, die durch das Austrocknen von Feuchtgebieten selten geworden ist, ist die blutige Heuschrecke. Man erkennt es an seinem „Lied“, das den Klang eines Elektrozauns nachahmt.

Habitate, Fauna und Flora

Die wichtigsten Pflanzengesellschaften, die das Gelände des Standorts abdecken, sind:

schwimmende Wasservegetation, im Fließgewässer des Baches und der Gräben sowie in stehenden Gewässern, die über die Auenebene verteilt sind,
Schilfbeete und Seggen (Seggenwiesen), die ständig unter seichtem Wasser stehen (Niedrigwassergebiete) oder häufig überschwemmt werden (nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer bei Regenfällen).
die Vegetation der periodisch freigestellten Vasen, nämlich die Teile des mittleren Bettes und die im Sommer austrocknenden Auen und Inselchen,
der Auenwald, ein Wald, der mehr oder weniger lange Zeiträumen des Jahres Überschwemmungen standhalten kann und der heute nur noch als Überrest existiert, wobei der größte Teil der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird,
Im Winter überfluteten Wiesen und Weiden nur kurzzeitig („Flutrasen“),
Moliniengrasland an den unteren Hängen, d.h. auf Flächen, die durch einen konstant hohen Grundwasserspiegel gekennzeichnet sind und von nährstoffarmem Hanggewässer versorgt werden, aber nicht von den Überschwemmungen des Baches überflutet werden,
Obstgärten, Baumreihen, Einzelbäume,
die Hecken,
grasbewachsenes Ödland, das die Hänge bedeckt, entlang von Zäunen, entlang von Wegen, am Fuße von Hecken, am Waldrand, am Bahndamm,
das trockene Gras, das begrenzte, nach Süden ausgerichtete Flächen auf dem Eisenbahndamm und auf dem Hang darunter bedeckt,
Rasenflächen, die auf unbefestigten Straßen zertrampelt oder zerquetscht werden („Trittrasengesellschaften“).

Die meisten dieser Vegetationsformen unterstützen eine mehr oder weniger große Anzahl seltener Pflanzen. Sie bieten auch Lebensräume für viele Wildtierarten (Wasserbananen, Veronique cress, Iris des marais, Berle erect, Laîche des foxes,….).
Mehr als 150 Vogelarten wurden auf dem Gelände registriert. Von diesen sind 19 in der Liste der Vogelarten in Anhang I der Vogelschutzrichtlinie aufgeführt. Dies unterstreicht den ökologischen Wert des Standortes sowohl auf nationaler als auch auf Gemeinschaftsebene. Zu den bemerkenswerten Arten, die auf dem Gelände zu finden sind, gehören: der Schnepfe, der Schwarzweißstorch, der alte Kiebitz, der effarvierte Rotschwanz, verschiedene Spatzen, Wattvögel, die Wasserreling, der gussförmige Taucher.

Viele weitere bemerkenswerte Tierarten wurden auf dem Gelände identifiziert, darunter: Amphibien (Beispiel: Triturus alpestris, Rana temporaria), Reptilien (Beispiel: Podarcis muralis), Fische, Säugetiere, Insekten (Libellula fulva, Stethophyma grossum, Schmetterlinge, Käfer).