Sporbaach

Spezifität

Biotoptyp: Feuchtwiesen

Fläche:  4,46 ha

Gemeinde: Wincrange

Lage des Grundstücks der Stiftung

Sporbaach

Sporbaach en images

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Die Region um den Trëtterbaach und seiner Nebenbäche weist eine Vielzahl an Feuchtgebieten und Mooren, mit beeindruckender Fauna und Flora, auf. Eine der interessantesten Gebiete ist dabei die Naturreserve Sporbaach. Mit einer Fläche von 101,31 ha liegt dieses Naturschutzgebiet mitten im Natura 2000 Habitat- „Troine/Hoffelt – Sporbaach“ und Vogelschutzgebiet „Vallée de la Tretterbach et affluents de la frontière à Asselborn“. Zudem wurde das Gebiet 2017 als Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung klassifiziert.
Die Wichtigkeit des Gebietes mit dem „Sporbaach“, einem kleinen Nebenfluss des Tretterbachs, liegt vor allem am Vorkommen von Torfmoor-Relikten sowie den Borstgrasrasen. natur&ëmwelt besitzt und pflegt etwa 4,46 ha des Gebietes.

Eine bewegte Vergangenheit

Das Naturschutzgebiet Sporbaach weist einige Zeitzeugen verschiedenster Epochen auf. Nicht weit vom Gebiet entfernt, deuten Grabhügel die ehemalige Präsenz der Kelten in der Region. Der Feldweg, welcher im Süden an das Gebiet angrenzt, ist als „Postweg“ bekannt und ein Relikt der ehemaligen Verbindungsstrecke zwischen Wien und Brüssel, welche die verschiedenen Ortschaften Europas an das Postwesen anschloss.
In früheren Zeiten war das Gebiet geprägt von Heideflächen. Der felsige und wenig fruchtbare Boden war für die Landwirtschaft wenig interessant und wurde vor allem von Schafen beweidet. Lohnender war da schon die Forstwirtschaft, weshalb viele Heideflächen im Gebiet nach und nach verschwanden und Wäldern Platz machten. Auch die sumpfigen Täler wurden oftmals bepflanzt, weshalb wertvolle Offenlandbereiche nach und nach verschwanden.
Den Aussagen mancher Bewohner von Tratten nach, existierten zu Beginn des 20. Jahrhunderts Pläne das Torf der Region abzubauen. Obwohl zur damaligen Zeit ein oft genutztes natürliches Produkt zum Heizen, wurden diese Pläne nie in die Tat umgesetzt. Der Abbau des Torfs passierte dann auf natürliche Art und Weise: Im Jahr 1921, während eines extrem trockenen Sommers, wütete ein großes Feuer im Gebiet und zerstörte einen Großteil der Bestände

Habitate, Fauna und Flora

Die zentrale Zone des Gebietes ist gleichzeitig auch die wichtigste Zone in Sachen Biodiversität. Geprägt von mehreren Quellen, Weiden handelt es sich vor allem um ein artenreiches Feuchtgebiet mit sumpfig bis moorhaltigen Flächen. Zahlreiche bedrohte Pflanzenarten haben im Naturschutzgebiet Sporbach einen Rückzugsort gefunden: die Arnika (Arnica montana), das Sumpf-Veilchen (Viola palustris), der Schild-Ehrenpreis (Veronica scutellata), die Rispen-Segge (Carex paniculata) oder das Borstgras (Nardus stricta).
Die Präsenz des Schwarzstorches (Ciconia nigra), Rotmilan (Milvus milvus), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Bekassine (Gallinago gallinago), Schafstelze (Motacilla flava), Raubwürger (Lanius excubitor) und Neuntöter (Lanius collurio) lassen Ornithologen-Herzen höherschlagen. Der Sporbach beherbergt Bachneunaugen (Lampetra planeri) und Groppe (Cottus gobio).

Ein weiteres Highlight ist die Präsenz des Blauschillernden Feuerfalter (Lycaena helle), welcher in den Feuchtwiesen voller Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis) vorkommt. Im Naturschutzgebiet Sporbach findet er perfekte Voraussetzungen. Neben dem Vorkommen seiner Wirtspflanze (Schlangen-Knöterich), ist die Fläche der Sonne ausgesetzt, gleichzeitig durch Weiden vor Wind geschützt und umgeben von Bäumen, welche in der Nacht als Schlafplatz dienen. Das Gebiet ist somit ein bekannter „Hot-Spot“ und das Monitoring weist eine große Präsenz des bedrohten Falters auf. Auch der Randring-Perlmuttfalter (Boloria eunomia), dessen Vorkommen ebenfalls abhängig vom Schlangen-Knöterich ist, kann in den Feuchtwiesen des Gebietes beobachtet werden.