Scheierbierg

Spezifität

Biotoptyp: Trockenrasen und Waldumwelt

Fläche: 3 ha

Gemeinde: zwischen Bous und Schengen

Lage des Grundstücks der Stiftung

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Scheierbierg in Bilden

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Der Scheierbierg ist Teil des Rückens, der das Moseltal vom Trintinger-,bzw. Dem Erpeldingertal trennt. Der geologische Untergrund besteht überwiegend aus weichen kalkreichen Gesteinen des Steinmergelkeupers. Bei der Verwitterung hinterlassen sie eine Landschaft mit weich modellierten Kuppen, die regelmässig in steile Hänge hinaus oder tief eingeschnittene Erosionsrinnen übergeht. Steile Hänge finden sich darüber hinaus an geologischen Schichtgrenzen. So verdankt der Scheierbierg seine weithin sichtbare Silhouette einer Abdeckung des Plateuas mit schwerer erodierbaren Gesteinen (Rhätsandstein), während die steileren Hänge von den leichter erodierbaren Sedimenten des Mergelkeupers gebildet werden.

Ein wenig Geschichte

Aufgrund der im Sommer stark austrocknenden Keupermergel und der steilen Hänge wurde der Scheierbierg lange Zeit extensiv als Weide genutzt. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts bot der Scheierbierg das Bild einer steilen Kuppe, die von spàrlichen Rasen und extensiven, artenreichen Halbtrockenrasen bewachsen war. Die ausgedehnten Magerrasen waren lange Zeit bei luxemburgischen Botanikern bestens bekannt. Dieser Zustand sollte noch bis in die 50er Jahre erhalten bleiben.

Der Scheierbierg bietet heute ein buntes Mosaik an unterschiedlichen Gründlandgesellschaften, Brachen und Gebüschen bis hin zu geschlossenen Forstbeständen.

Dort, wo die Flächen weniger steil sind und mit Maschinen befahren werden können, wurden sie intensiviert,sodass die schwachwüchsigen,lichtbedürftigen Arten des Magergrünlandes und der Kalkhalbtrockenrasen heute verschwunden sind. An den steileren Hängen wurden stellenweise Obstbäume gepflanzt und die Flächen weiter extensiv beweidet. Diese Bewirtschaftung existiert auf einem Teil der Flächen bis heute. Viele Flàchen sind allerdings in der Vergangenheit brach gefallen, sodass sie im Laufe der Zeit mit Gebüschen zuwuchsen oder sie wurden mit Fichten oder Schwarzkiefern aufgeforstet.
Seit etwa 15 Jahren werden die Flächen mit viel Engagement von freiwilligen Helfern und Mitgliedern der Sektionen Remich, Bettembourg und Mondercange betreut.

Habitate, fauna und flora

Dank der Kontinuität dieser Arbeiten gehören die Flächen heute zu den wertvollsten orchideenreichsen Halbtrockenrasen im Sèdosten des Landes. In den letzten Jahren konnten sich Populationen der folgenden Orchideen dort wieder ansiedeln: Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), Hummelragwurz (Ophrys holoserica), Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Grosses Zweiblatt (Listera ovata), Zweiblättrige und Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera bifolia u. P. Chlorantha) und Grüne Hohlzunge (Coenoglossum viride)

Darüber hinaus finden sich auf den Flächen eine Reihe weiterer seltener und geschützter Arten, wei Fransen-Enzian(Gentiana ciliata), Acker-Wachtelweizen(Melampyrum arvense), Wiesensalbei (Salvia pratensis), Herbstzeitlose(Colchicum autumnale), Färberginster (Genista tinctoria), Dornige Hauhechel (Ononis spinosa), Zittergras (Briza media), Skabiosen-Flocken-blume (Centaurea scabiosa) und zahlreiche andere Pflanzen der Halbtrockenrasen.

Aufgrund des grossen floristischen Reichstums der Halbtrockenrasen stellen diese auch fèr die heimische Fauna (Insekten, Spinnen, Végel,–u.a) ein wertvolles Habitat da.

Der Scheierbierg ist heute Teil des europäischen Natura2000-Gebietes “Région de la Moselle supérieure” und damit ein wichtiger Baustein sowohl nationaler, wie auch europäischer Naturschutzpolitik.