Marais de Grendel

Spezifität

Biotoptyp: Feuchtgebiet

Fläche: 4,37 ha

Gemeinde: Ell

Lage des Grundstücks der Stiftung

Marais de Grendel

Marais de Grendel in Bildern

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Im Tal der Attert gelegen erstreckt sich mitten in einer idyllischen Landschaft das 4,37 ha große Naturschutzgebiet „Marais de Grendel“. Zugehörig zum Natura 2000-Netzwerk bilden Feuchtwiesen und extensive magere Mähwiesen sowie eine Vielzahl an Quellen einen mosaikartigen Lebensraum. Gelegen mitten auf der belgisch-luxemburgischen Grenze, wird das Naturschutzgebiet „Marais de Grendel“ anhand einer grenzüberschreitenden Kooperation gemeinsam gepflegt. Diese Zusammenarbeit unterstreicht nochmals die Bedeutung des Gebietes.

Marais de Grendel : eine bestimmte Geschichte, ein bestimmtes Management.
Bis 1945 wurden die feuchten Wiesen jährlich gemäht, andere Bereiche wurden entwässert. Dies führte zu einer mosaikhaften Ausbreitung von verschiedenen Biotoptypen und seltene Tiere und Pflanzen konnten im Gebiet beobachtet werden. Doch nach 1945 endete die Bewirtschaftung und Pflege des Gebietes: die Wiesen fielen brach und das Wasserniveau in zuvor trockengelegten Bereichen stieg. Dadurch verschwanden nach und nach die verschiedenen Lebensräume mit ihren zahlreichen Spezialisten.
Obwohl natur&ëmwelt bereits 1973 die ersten Flächen für den Naturschutz sicherstellen konnte, wurden erst ab 1996 wieder Pflegemaßnahmen im Gebiet angewandt. Aufgrund der Kooperation mit der belgischen Naturschutzorganisation Natagora wird das Naturschutzgebiet heute wieder jährlich gemäht. Entbuschungen helfen den Offenland-Charakter des Gebietes sicherzustellen und invasive Arten zurückzudrängen.

Habitate, Fauna und Flora

Im Zentrum des Gebietes bildeten sich 2 größere Niedermoore, welche durch Weiden voneinander getrennt sind. Dominiert werden die Flächen dabei von Schmallblättrigem Wollgras (Eriophorum angustifolium), Sumpf-Blutauge (Comarum palustre) und Sumpf-Veilchen (Viola palustris). Durch die jahrzehntelange Entwässerung entstand in einem Bereich des Gebietes eine Pfeifengraswiese. Dieses Biotop ist besonders schützenswert, da man hier vom Aussterben bedrohte Pflanzen wie die Hirse-Segge (Carex panicea), die Kriech-Weide (Salix repens) oder das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis).

Zahlreiche bedrohte Vogelarten haben im „Marais de Grendel“ eine Heimat gefunden und sei es auch nur begrenzt während des Durchzugs oder der Brutzeit. In den Röhrichten nisten die Rohrammer (Emberiza schoeniclus) und der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus). Mit Glück kann man auch den Schwarzstorch (Ciconia nigra), den Rotmilan (Milvus milvus) oder den Waldwasserläufer (Tringa ochropus) beobachten.
Historisch belegt ist auch das Vorkommen des Blauschillernden Feuerfalters (Lycaena helle), einer kleinen bedrohten Schmetterlingsart, welche früher typisch war für die von Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis) dominierten Feuchtwiesen.