Léresmillen – Emeschbaach

Spezifität

Biotoptypen: Feuchtwiesen und –brachen, Tümpel, Obstgärten

Fläche: 41,35 ha

Gemeinde: Wincrange

Lage des Grundstücks der Stiftung

Léresmillen

Léresmillen - Emeschbaach in Birldern

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Am Zusammenfluss von Emeschbach und Tretterbach, ist natur&ëmwelt Fondation Hëllef fir d’Natur der Besitzer von einem zusammenhängenden Komplex von 41,35 ha. Gelegen in der Natura 2000 Habitatzone „Vallée de la Tretterbach“ und dem Vogelschutzgebiet „Vallée de la Tretterbach et affluents de la frontière à Asselborn“ besteht der Komplex aus einem Mosaik von verschiedenen Lebensräumen wie etwa extensive Mähwiesen, Feuchtbrachen, Hecken, Obstgärten und Feuchtwiesen.

 

Schaffung einer Mosaiklandschaft: Komplexe Pflegemaßnahmen

Um eine Mosaiklandschaft mit unterschiedlichen Habitaten und Lebensräume zu erschaffen, sind eine komplexe Planung und die verschiedensten Pflegemaßnahmen von großer Bedeutung, um die Anforderungen der verschiedenen Arten und Biotope gerecht zu werden.
natur&ëmwelt setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, welche schonend mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen umgeht. War dieses Gebiet vor dem Kauf von 2010 noch dominiert von monotonen, intensiven landwirtschaftlichen Flächen, konnte natur&ëmwelt mittlerweile eine extensive Biolandwirtschaft anwenden und neue Habitate wie etwa Hecken, Solitärbäume oder Tümpel schaffen. Ein Projekt mit dem Titel „Landwirtschaft, Natur und Biodiversität“ wurde auserarbeitet, dessen Ziel es ist mit lokalen Akteuren dieser Bereiche zusammenzuarbeiten. Hier ein kleiner Überblick über einige der Umsetzungen im Gebiet um die Léresmillen und dem Ort Emeschbach.

  • Im Winter verlässt das Vieh die Naturreserven. Auch die Galloway-Rinder des CNDS – Naturaarbeschten (Comité Nationale de Défense Sociale – Naturaarbechten) aus Binsfeld verlassen die Feuchtwiesen und –brachen und kommen unter auf den Weiden in Emeschbaach. 2013 wurde deshalb im Rahmen des LIFE Eislek eigens ein neuer Stall für die Rinder gebaut.
  • Die Feucht- und Mähwiesen werden spät im Jahr gemäht. Auf chemischen Dünger wird verzichtet, stattdessen werden Biodiversitätsverträge auserarbeitet und angewandt. Eine enge Kooperation herrscht dabei mit dem landwirtschaftlichen Bio-Betrieb „Naturhaff“, welcher seinen Sitz in Derenbach hat.
  • Dieser Bio-Landwirt pflegt und bewirtschaftet ebenfalls 2 Obstplantagen, welche man als „Arche Noah“ bezeichnen kann. Als so genannter Sortenbongert stehen hier 230 Obstbäume mit 115 verschiedenen Kirsch- und Pflaumenarten. Darunter sehr seltene Arten, die früher in Luxemburg häufig vorkamen, mittlerweile aber nur noch im Gebiet Léresmillen/Emeschbaach zu finden sind. Mittels Agroforstwirtschaft wird die Bewirtschaftung der Bäume mit landwirtschaftlichen Techniken verbunden. War dieses Produktionssystem, welches Elemente aus dem Ackerbau mit solchen der Forstwirtschaft verbindet früher keine Seltenheit, ist der Agroforst mittlerweile aus der Region nahezu verschwunden. Dabei existieren zahlreiche Vorteile bei dieser Bewirtschaftungsform in punkto Biodiversität und Erträge. Die 2 Obstgärten sind somit auch Teil des Netzwerkes an Agroforst-Versuchsflächen, welche im Rahmen des „Plan national de Protection de la Nature (PNPN)“ gefördert werden.

Die Renaturierung des Trëtterbachs an der Léresmühle schuf neue aquatische Lebensräume, welche von Arten wie der Groppe, der Forelle oder dem Bachneunauge danken angenommen wurde. Auch in punkto Hochwasserschutz spielt die Renaturierung des Baches eine wichtige Rolle, da der Bach wieder mit seiner Überschwemmungsfläche verbunden wurde. Diese Flächen werden lokale Landwirt extensiv bewirtschaftet. 2016 fertiggestellt, konnte dieses Projekt nur durch die Finanzierung des LIFE Eislek-Projektes, den Fonds pour l´eau und der Unterstützung von RBC umgesetzt werden.

Habitate, Fauna und Flora

Das Gebiet um den Trëtterbach ist gekennzeichnet von zahlreichen Feuchtwiesen und mageren Mähwiesen, welche allesamt als Habitate für zahlreiche bedrohte Vogelarten gelten. 15 bedrohte und geschützte europaweit geschützte Arten wie etwa den Schwarzstorch (Ciconia nigra), den Rotmilan (Milvus milvus), den Neuntöter (Lanius collurio), die Schafstelze (Motacilla flava), den Wiesenpieper (Anthus pratensis), das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) oder die Bekassine (Gallinago gallinago) können hier beobachtet werden.

Auch bedrohte Schmetterlingsarten wie der Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle) oder der randring-Perlmuttfalter (Boloria eunomia) kommen in den reichen Schlangen-Knöterich-Wiesen vor.