Hautbellain – Fooschtbaach

Spezifität

Biotoptypen: Feuchtwiesen- und brachen

Fläche: 10,60 ha

Gemeinde: Troisvierges

Lage des Grundstücks der Stiftung

Hautbellain - Fooschtbaach

Fooschtbaach in Bildern

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Der „Fooschtbaach“ ist neben der „Korn“, das einzige Luxemburger Fließgewässer, welches zum Einzugsgebiet der Maas gehört. Gelegen an der nördlichen Spitze des Landes, in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft Hautbellain, durchfließt der Fooschtbaach das gleichnamige Naturschutzgebiet. Die Flächen gehören zum Natura 2000 Vogelschutzgebiet „Vallée de la Woltz et affluents de la source à Troisvierges“. Seit 2019 ist die Reserve zudem als Schutzgebiet von nationaler Priorität klassifiziert.
31 % (10,60 ha) der Flächen sind im Besitz von natur&ëmwelt Fondation Hëllef fir d´Natur.

Pflegemaßnahmen: Damals und heute
Wie so viele Feuchtgebiete erfuhr auch das Naturschutzgebiet Fooschtbaach im Laufe der Jahre zahlreiche Veränderungen. Wurden die Wiesen früher mit einer sehr späten Mahd bewirtschaftet, lohnte sich diese landwirtschaftliche Aktivität nach und nach immer weniger. So wurden Fichten gepflanzt, welches sich als rentabler erwiesen. Diese Umwandlung in Wald war jedoch verbunden mit dem Verlust an Offenland und den darauf spezialisierten Lebewesen. Seit 1995 wird das Gebiet anhand unterschiedlicher Maßnahmen gepflegt um eine wertvolle Mosaiklandschaft zu erschaffen, von der zahlreiche Insekten oder Vögel profitieren können. Die Flächen wurden entfichtet und das gewonnene Offenland wurde restauriert. Eine extensive Beweidung, begleitendes Mähen sowie jährliches Entbuschen sorgen heute für vielfältige Habitate.

Habitate, Fauna und Flora

Hochstauden, Röhrichte, Quellgebiete und sumpfige bis moorige Feuchtwiesen bilden abwechslungsreiche Lebensräume und gelten als wertvolle Biotope. Schilfrohr (Phragmites australis), Breitblättriger Rohrkolben (Typha latifolia) oder Ästiger Igelkolben (Sparganium erectum) zählen zu den Röhricht-Arten welche man entlang der Gewässer finden kann. Im Gebiet findet man zudem zahlreiche seltene Pflanzen wie etwa das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), der Fieberklee (Menyanthes trifoliata), das Smallblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium) oder das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris). Die Sparrige Binse (Juncus squarrosus) wurde rezent wiederentdeckt.
Was die Fauna betrifft, ist das Gebiet besonders bei Ornithologen schon länger bekannt. So kann man hier den Schwarzstorch (Ciconia nigra), den Rotmilan (Milvus milvus), die Schafstelze (Motacilla flava), das Braunkehlchen (Saxicola rubetra), die Bekassine (Gallinago gallinago), den Neuntöter (Lanius collurio) und den Raubwürger (Lanius excubitor) beobachten.
Auch verschiedene Schmetterlingsarten finden entlang der Fooschtbaach ideale Bedingungen, darunter der Braunfleckige Perlmuttfalter (Boloria selene), de kleine Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus malvae) und der Schwarzkolbigen Braundickkopffalter (Thymelicus lineolus), welche allesamt auf der roten Liste stehen.