Cornelysmillen

Spezifität

Biotoptypen: Feuchtwiesen und –brachen, Tümpel, Weihern

Fläche: 54,56 ha

Gemeinde: Troisvierges

Lage des Grundstücks der Stiftung

Cornelysmillen

Cornelysmillen in Bildern

eschreibung des Naturschutzgebietes

Gelegen im Norden des Landes, unmittelbar an der belgischen Grenze auf einer Höhe zwischen 420 bis 470 Meter ü.d.M, befindet sich das Natura 2000 Schutzgebiet „Troisvierges – Cornelysmillen“. Über 190 ha umfasst das Gebiet die Einflussgebiete der Flüsse und Bäche Woltz, Weierbaach, Kléngelbaach und Stauwelsbaach. Nachdem natur&emwelt Fondation Hellef fir d’Natur 1984 die ersten Flächen im Gebiet kaufen konnte, besitzt die Stiftung mittlerweile mit 54,56 ha einen der größten zusammenhängenden Naturreserven.
Das Naturschutzgebiet vereint zahlreiche verschiedene Biotope wie Bäche, Tümpel, Weihern und Feuchtwiesen, welche sich durch den undurchlässigen Ton auf Devon-Schiefer bilden konnten. Diese pedologischen Merkmale kommen gerade der Vogelwelt zugute: Zahlreiche bedrohte Vogelarten der roten Liste haben in diesem Feuchtgebiet einen Rückzugsort gefunden.

 

Geschichte und Schutzmaßnahmen
Die Feuchtwiesen des Naturschutzgebietes Cornelysmillen wurden früher als Mähwiesen oder Weiden bewirtschaftet. Als die landwirtschaftliche Bewirtschaftung nicht mehr rentabel genug war, fiel ein Großteil der Flächen brach und verbuschte kontinuierlich. An anderen Stellen wurden Fichten gepflanzt, da man durch die Forstwirtschaft immerhin noch etwas Geld verdienen konnte für die eigentlich unrentablen Feuchtwiesen. Dadurch verloren zahlreiche typische Arten des Offenlandes ihren Lebensraum.
Heute wird ein Großteil der Flächen von natur&ëmwelt Fondation Hëllef fir d’Natur bewirtschaftet und gepflegt. Zahlreiche Fichtenbestände wurden entfernt und die ursprüngliche Mosaiklandschaft wurde wiederhergestellt. Die Fichten-Kahlschlägen konnten mit Schafen beweidet werden und der Offenland-Charakter kam zurück. Auch heute noch werden zahlreiche Flächen mit Hilfe einer lokalen Wanderschäferei bewirtschaftet. Unterstützendes Entbuschen sowie Mähen der Parzellen mit adaptiertem Material verhindert das Aufkommen störender Elemente. Auch die ehemaligen Fischteiche wurden von natur&ëmwelt renaturiert und sind heute ein wichtiger Lebensraum für aquatische Lebewesen und Wasservögel.

Habitate, Fauna und Flora

Früh im Jahr blüht bereits die Sumpfdotterblume (Caltha palustris); die Feuchtwiesen erstrahlen dann in einem wunderschönen Gelb. Später im Jahr werden die Flächen von einem rosa Teint dominiert, wenn der Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta) zu Beginn des Sommers beginnt zu blühen. Im Naturschutzgebiet Cornelysmillen kommen zudem sehr seltene Pflanzenarten vor wie etwa die Gewöhnliche Moosbeere (Oxycoccus palustris), das schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium), das Sumpf-Blutauge (Comarum palustre) oder der Fieberklee (Menyanthes trifoliata).

Das Gebiet ist jedoch vor allem wegen seiner Vogelwelt bekannt. Ein Großteil der Arten sind stark bedroht und stehen auf der roten Liste Luxemburgs. Zwischen Juli und August ist etwa der Schwarzstorch (Ciconia nigra) auf Besuch. Feuchtwiesen und Fließgewässer von guter Qualität sind unabdinglich für das Auftreten dieses scheuen Schreitvogels. Die Schafstelze (Motacilla flava), das Braunkehlchen (Saxicola rubetra), der Kiebitz (Vanellus vanellus) oder der Neuntöter (Lanius collurio) sind weitere seltene Arten, die im Gebiet vorkommen. In den kälteren Monaten kann man Arten wie die Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus), den Bergpieper (Anthus spinoletta) oder die Rohrweihe (Circus aeruginosus) beobachten.
In einem Gebiet, welches von Weihern und Bächen dominiert wird, hat mittlerweile auch der Europäische Biber eine Heimat gefunden. In den Schlangen-Knöterich-reichen Wiesen kommt der Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle) vor. Die zahlreichen Tümpel bieten einen interessanten Lebensraum für eine Vielzahl an Amphibienarten. Auch der Huldanger Tunnel, welcher ehemals von der Eisenbahnlinie „Vennbahn“ durchquert wurde, stellt ein schützenswertes Biotop dar. So konnte man hier gleich 13 Fledermausarten feststellen, darunter Exemplare, welche es nur im Naturschutzgebiet Cornelysmillen gibt.