Conzefenn

Spezifität

Biotoptyp: Feuchtwiesen, Borstgrasrasen, Moorbirken-Bruchwald

Fläche: 10,24 ha

Gemeinde: Troisvierges / Weiswampach

Lage des Grundstücks der Stiftung

Conzefenn

Conzefenn in Bildern

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Das Natura 2000 Schutzgebiet „Conzefenn“ erstreckt sich auf über 135 ha zwischen den Gemeinden Troisvierges und Weiswampach. Man findet hier ein Mosaik aus verschiedenen Feuchtwiesen und Waldbeständen entlang der Fließgewässer „Fennbaach“ und „Kailsbaach“, welche zudem die künstlichen Seen Weiswampachs speisen. Schon der Ortsname lässt auf diesen Lebensraum schließen, handelt es sich bei einem Fenn doch um einen morastig-sumpfigen Bereich oder gar ein Moor.
10,24 ha des Gebietes sind in Besitz von natur&ëmwelt Fondation Hellef fir d’Natur, davon liegen 7,2 ha mitten im Kernbereich des, seit 2008 auch als prioritäres nationales ausgewiesenen, Schutzgebietes.

Pflegemaßnahmen zum Schutz der Arnika
Die Naturreserve „Conzefenn“ ist eines der Zielgebiete des europäischen LIFE-Nature-Projektes „Arnikawiesen“. Ziel ist der Erhalt, das Wiederherstellen und Fördern von mageren Borstgrasflächen sowie der Arnika (Arnica montana). Diese seltenen Biotope sind vor allem bedroht durch die zunehmende Eutrophierung der Gewässer durch Düngung der umliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Aufgrund verschiedenster Maßnahmen wie dem Entfichten der Talsohlen, einer extensiven Bewirtschaftung und dem Entbuschen der offenen Fläche konnte sich im Conzefenn eine gesunde, starke Population an Arnika wieder ansiedeln.

Habitate, Fauna und Flora

Durchflossen von gleich 2 Bächen konnten sich im Gebiet seltene Biotope bilden. Neben Feuchtbrachen findet man vor allem magere Wiesen mit Borstgras (Nardus stricta) und Arnika, Relikte von Torfmoor-Standorten sowie Moorbirken-Bruchwälder. Bekannt ist das Naturschutzgebiet vor allem wegen seiner Vielfalt an Moos-Arten. Jean Werner, bekannter Bryologe, konnte im Gebiet 84 verschiedene Moos-Arten, davon 10 Torfmoose feststellen. Eine beachtliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass im gesamtem Großherzogtum nur 18 Arten bekannt sind. Neben den Torfmoosen existieren in den feuchten Wiesen und Mooren weitere seltene Arten wie etwa das Sumpf-Blutauge (Comarum palustre), das Efeu-Moorglöckchen (Hesperocodon hederaceus), der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) oder der Englische Ginster (Genista anglica).

Auch wenn es Erfolge im Vegetations-Bereich zu vermelden gibt, so hat die Fauna es nach wie vor schwerer. Aufgrund der Auswirkungen sind viele seltene Arten mittlerweile in diesem sensiblen Ökosystem verschwunden, weshalb der Schutz des Gebietes weiter vorangetrieben werden muss. Trotzdem existieren mit dem Blauschillernden Feuerfalter (Lycaena helle), dem Braunfleckigen Perlmuttfalter (Boloria selene) oder dem Randring-Perlmuttfalter (Boloria eunomia) noch bedrohte Schmetterlingsarten im Conzefenn.