Bourengrund

Spezifität

Biotoptyp: Magere mesophile Wiese mit hoher Biodiversität

Fläche: 461,70 Ar.

Gemeinde: Bourscheid

Lage des Grundstücks der Stiftung

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Bourengrund in Bildern

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Mit steilen Hängen in nördlicher und südlicher Ausprägung sowie dem Verlauf eines Baches (Burebaach) am Fuße des engen Tals, liegt unterhalb der Bug von Bourscheid das Naturschutzgebiet „Bourenground“. Reich an biologischer Vielfalt kann man in diesem Biotop vom Typ 6510, also einer mageren Flachlandmähwiese, mehrere Arten von Orchideen entdecken.

Geeigneter Standort für eine Wanderbeweidung

Die Wanderbeweidung ist eine Form der extensiven Bewirtschaftung von Magerrasen. Durch eine konkrete Planung wird versucht verschiedene Standorte auf nationaler Ebene in diese Beweidung zu integrieren, welche größtenteils durch eine Wanderschäferei durchgeführt wird. Abhängig von den Merkmalen der einzelnen Standorte beweidet die Schafherde unter ständiger Aufsicht eines professionellen Schäfers ein- bis zweimal im Jahr die verschiedenen Flächen. Die Wanderbeweidung trägt als ökologische Bewirtschaftungsform zum Schutz des Naturerbes und zur Erhaltung der Biodiversität bei. Die Verbreitung von Saatgut von einem Standort zum nächsten durch die reisende Herde ist ein echter Gewinn für die Biodiversität.

Bewässerung anhand Flux-Gräben

Bevor es Düngemittel gab, wurden Flux-Gräben angelegt um die Wiesen an den Talböden das ganze Jahr über bewässern und somit auch düngen zu können. In Kombination mit dem späten Mähen gelang es mit dieser Technik, die notwendigen Futterbestände in einer eher unwirtschaftlichen Region wie dem Ösling sicherzustellen. Diese Praxis war in Europa damals weit verbreitet und Überreste dieser Flux-Gräben lassen sich auch heute noch in zahlreichen Tälern der Ardennen finden. Das Bewässern der Talwiesen führte je nach Lage zu einer Diversifizierung der Vegetation und zur Entwicklung von kalkhaltigen, mageren Habitaten, welche für die Region recht ungewöhnlich sind.

Habitate, Fauna und Flora

Unsere Wiesen sind gekennzeichnet durch das Vorkommen von verschiedenen Glatthafer-Arten, abhängig davon ob der Boden mehr oder weniger nährstoffreich ist. Dieses Gras wird in der Regel von Zweikeimblättrigen-Arten (Dicotylen) wie etwa Apiaceae und Asteraceae begleitet.

Dieser Typ von Grünland weist durchschnittlich 28 verschiedene Arten auf, welche in 2 Pflanzenschichten vorkommen können. Die Gräser-Schicht umfasst alle großen Arten wie etwa den Zweijähriger Wiesen-Pippau oder die Wiesen-Flockenblume. In der Kraut-Schicht kommen Arten vor, welche oft mit Rosetten ausgestattet sind wie etwa Löwenzahn, das gewöhnliche Ferkelkraut, Primeln oder Wiesenklee.

Die Erstellung der Liste der von diesen Gebieten bevorzugten Tierarten wäre schwierig, da sie so zahlreich sind. Zu den charakteristischsten Arten gehören Schmetterlinge (Schachbrett, Hauhechel-Bläuling…), Vögel (Wachtelkönig, Braunkehlchen, Wiesenpieper…), die Waldeidechse, das Wildkaninchen oder das Mauswiesel.