Am Dall-Kouprich-Weiler Weiheren

Spezifität

Biotoptyp : Feuchtwiesen und –brachen, Weiher, Tümpel

Fläche :  4,8 ha

Gemeinde : Wincrange

Lage des Grundstücks der Stiftung

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Am Dall-Kouprich-Weiler Weiheren in Bildern

Beschreibung des Naturschutzgebietes

Aufgrund seiner Attraktivität und ökologischer Bedeutung gehört die Naturreserve Dall-Kouprich-Weiler Weihern mit Sicherheit zu den bedeutendsten Schutzgebieten des Landes. Gelegen in der Gemeinde Wintger findet man in diesem Gebiet noch Überreste des kulturellen Erbes der Region der Luxemburger Ardennen. So sind auch heute noch die Ruinen einer alten Fliesenfabrik sowie der ehemalige Kanal der Bannmühle von Weiler sichtbar. Aber auch das Naturerbe kommt nicht zu kurz: Der Besucher kann zahlreiche, selten gewordene Lebensräume entdecken. Man denke nur an die großen Weiher, welche heute zahlreichen Wasservögel oder dem Biber eine Heimat bieten. Auch seltene Pflanzen und Schmetterlingsarten haben in den Feuchtwiesen einen Rückzugsort gefunden.

Obwohl das Gebiet bereits 1981 als nationales Naturschutzgebiet vorgeschlagen wurde, konnte erst 2005 die Klassifizierung in Angriff genommen wurde. Diese Prozedur wurde 2013 nochmals verlängert, allerdings besitzt die Reserve auch heute noch nicht den erhofften Status als nationales Naturschutzgebiet. Immerhin gehört das Gebiet bereits zum Natura 2000 Netzwerk.

 

Pflegemaßnahmen und Naturschutz

Da das Gebiet größtenteils von landwirtschaftlichen Flächen umgeben ist, besteht eine der größten Aufgabe zum Schutz des Gebietes darin den Impakt auf die Feuchtwiesen zu reduzieren. Gemeinsam mit den lokalen Landwirten, der Gemeinde sowie der Landwirtschaftskammer wurden Strategien entworfen um sowohl den naturschutzrelevanten als auch den landwirtschaftlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Biodiversitätsverträge und Agrarumweltmaßnahmen halfen die Bewirtschaftung der Flächen zu verändern.

Durch Entbuschungs- und Mäharbeiten wird der Offenland-Charakter des Gebietes sichergestellt. So wird die nördliche Fläche zur Hälfte in einer Rotationsmahd mit adaptiertem Material alle 5 Jahre gemäht. Beweidet wird dieser Teil zudem jährlich von Schafen.
2018 wurden im Gebiet 2 Tümpel angelegt, welche einen neuen Lebensraum für zahlreiche Amphibien bilden. Die Hoffnung besteht, dass diese Tümpel auch vom Kammmolch, welcher im Ösling sehr selten ist, angenommen werden. Auch die sich im südlichen Teil befindlichen Weiher werden jährlich gepflegt.

 

Kulturelle Zeugen der Region

Die Fläche um die Weiler Weiher ist auch als Ort „Kouprich“ bekannt. Der Ortsname ist herzuleiten von einer Wasserburg, die sich angeblich dort zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert befand – mitten in einem der Seen.
Nicht weit von der Burg entfernt befand sich die Bannmühle von Weiler, welche bereits von Johan dem Blinden im Jahr 1317 erwähnt wurde. Im 19. Jahrhundert wurde das Wasser des Mühlenkanals als Energiequelle für eine Fliesenfabrik genutzt. Auch heute noch sind die Überreste dieser Fabrik sichtbar.  Mittlerweile führt der Wanderweg ESCAPARDENNE durch den ehemaligen Mühlenkanal.

Die Bedeutung des Gebietes wird durch den Gutshof der Herren von Wiltz unterstrichen – hier mussten die Landwirte bis zum 18. Jahrhundert einen Zehntel ihrer Ernte abgeben. Dieser Gutshof befand sich in der Ortschaft Weiler und ist heute besser bekannt als „Weiler Schloss“

Habitate, Fauna und Flora

Der Helzenerbaach fließt durch den nördlichen Teil des Gebietes, welcher vor allem von feuchten bis moorhaltigen Brachen und Weidendickichten geprägt ist. In den Feuchtwiesen findet man Teppiche an Seggen, Hochstauden wie Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium) oder Spitzblütige Binsen (Juncus acutiflorus). Weitere nennenswerte Pflanzen sind: das Sumpf-Blutauge (Comarum palustre), der Fieberklee (Menyanthes trifoliata) oder das Sumpf-Veilchen (Viola palustris). Aufgrund des Vorkommens von Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta) und Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) bietet das Gebiet einen Lebensraum für die beiden seltenen Schmetterlingsarten, den Blauschillernden Feuerfalter (Lycaena helle) und den Randring-Perlmuttfalter (Boloria eunomia). Die Feuchtwiesen beherbergen außerdem Vogelarten wie die Bekassine (Gallinago gallinago), das Braunkehlchen (Saxicola rubetra), die Schafstelze (Motacilla flava) oder den Schwarzstorch (Ciconia nigra).

Der südliche Teil wird eindeutig von den 3 großen Weihern dominiert. Anfang der 60er Jahre wurden die Weiher, welche von lokalen Quellen und dem Emeschbaach gespeist werden, zum Zweck der Freizeitgestaltung und Erholung angelegt. 1978 wurden die Weiher vor allem für den Fischfang genutzt, verloren jedoch an Wasserfläche. Seit 1987 pachtet natur&ёmwelt Fondation Hёllef fir d´Natur die 3 Weiher und Umgebung auf etwa 4,8 ha und reparierte die Deiche und Mönche. Sie bilden eine wichtige Zwischenstation für zahlreiche Arten während des Vogelzugs. So kann man hier seltene Enten- und Watvögel während eines Zwischenstopps oder zur Brutzeit beobachten.  Mittlerweile hat auch der Biber die Weiler Weiher als ideales Habitat auserkoren.