Pilotstudie: GPS Sender für Rotmilan-Brutpaare zur Erfassung der Jagdgebiete

2012 startete natur&ëmwelt a.s.b.l. ein Pilotprojekt in Luxemburg, bei dem es darum geht Rotmilan Brutpaare mit einem GPS Sender zu versehen. Nach einer Brutsaison kann also genau erfasst werden in welchem Umkreis um den Brutstandort der Rotmilan seine Nahrung sucht und wo es vermieden werden sollte Windkraftanlagen zu bauen.

=> Download: Studie zur Habitatnutzung des Rotmilans in der Gemeinde Wincrange (Zwischenbericht Juli 2015)

Katharina Klein von der Centrale ornithologique von natur&ëmwelt bei der Kontrolle des Federkleides eines Rotmilan.

Der Rotmilan (Milvus milvus) ist eine der wichtigsten Brutvogelarten Mitteleuropas. Circa 15.000 Brutpaare, was 60-70% des weltweiten Rotmilan-Bestandes entspricht, brüten hier. In Luxemburg gibt es circa 66 Rotmilan Reviere wobei diese sich hauptsächlich im Süden des Landes und im Ösling befinden. In Folge dessen hat Europa und vor allem die Länder Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Belgien eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser „lokalen" Art.

Der Rotmilan ist ein typischer Greifvogel der offenen Landschaft, der seinen Horst, der Thermik wegen, bevorzugt an bewaldeten Hängen baut. Er überquert, in meist niedrigem Gleit- und Segelflug, potenzielle Nahrungsflächen und sucht diese nach Kleinsäugern oder Aas ab, das vor allem durch landwirtschaftliche Maschinen getötet wurde. Als Jäger der Offenlandschaft, der vor allem auf frisch gemähten Wiesen seine Nahrung sucht, wird der Rotmilan durch den Wandel in der Landwirtschaft hin zu einem verstärkten Maisanbau, stark gefährdet. Zusätzlich ist der vermehrte Bau von Windkraftanlagen gerade für den Rotmilan ein besonderes Problem, da sein Nahrungssuchflug bzw. der Thermik- und Balzflug genau in den Bereich der Rotorblätter fällt. Da der Rotmilan keine Scheu vor den Windkraftanlagen zeigt, ist er besonders gefährdet von den Rotorblättern erschlagen zu werden. Umso wichtiger ist es im Vornherein Windkraftstandorte auszuwählen, die für den Rotmilan keine Gefahr darstellen.

2012 startete natur&ëmwelt a.s.b.l. diesbezüglich ein Pilotprojekt in Luxemburg, bei dem es darum geht Rotmilan Brutpaare mit einem GPS Sender zu versehen. Dieser erfasst alle 10 Minuten (bzw. wenn gewünscht auch in kürzeren Abständen) den Standort des Rotmilans, sodass man bereits nach wenigen Tagen eine Tendenz an Nahrungsflächen erfassen kann. Nach einer Brutsaison kann also genau erfasst werden in welchem Umkreis um den Brutstandort der Rotmilan seine Nahrung sucht und wo es vermieden werden sollte Windkraftanlagen zu bauen.

 

Jagdgebiete eines Brutpaares bei Hachiville (Weibchen = rosa ; Männchen = grün)

 

Zugroute in das Überwinterungsgebiet des 2012 besenderten Weibchen

 


2015 gefangener Rotmilan mit GPS Sender


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