natur&ëmwelt begrüßt die Aufhebung der Fuchsbejagung

Als größte Naturschutzorganisation Luxemburgs ist natur&ëmwelt der tiefen Überzeugung, dass man die Natur so weit wie möglich sich selbst überlassen soll und der Mensch nur eingreifen soll, wenn es dafür triftige Gründe gibt. Da nichts mehr für die Fuchsbejagung spricht haben die Vertreter von natur&ëmwelt sich im Conseil Supérieur de la Chasse für die Aufhebung der Fuchsbejagung eingesetzt und natur&ëmwelt a.s.b.l. begrüßt das Inkrafttreten zum 1. April 2015.

 

Fuchspopulation geht zurück

Der Fuchsbestand ist in den letzten Jahren rückläufig. Die Fuchsbejagung, selbst wenn sie intensiv durchgezogen wird, hat kaum einen Einfluss auf die Fuchspopulation. So ermöglicht die Bejagung es nicht, die Populationen soweit zu reduzieren, dass die Übertragung von Krankheiten innerhalb der Fuchspopulation verhindert werden könnte. Menschen haben hauptsächlich mit „Stadtfüchsen" Kontakt. Diese werden sowieso nicht gejagt, in Brüssel und Genf werden seit langem keine Füchse mehr geschossen oder gefangen und auch dort gibt es keine Krisenmeldungen.

 

Fuchstollwut ist ausgestorben

Die in den 80er und 90er noch verbreitete Fuchstollwut wurde durch Impfungen in Westeuropa ausgerottet.

 

Kaum Ansteckungsgefahr durch Fuchsbandwurm

Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) berichtet für 2013 europaweit zwei Todesfälle beim Menschen durch den kleinen Fuchsbandwurm. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Haustiere, die auch  Zwischenwirt des Bandwurmes sein können. Der kleine Fuchsbandwurm wird in Europa häufiger, allerdings hat die Übertragungsrate auf den Menschen nichts mit der Dichte der Fuchspopulation zu tun, sondern mit dem Einhalten der Grundregeln der Hygiene: Hände waschen, Haustiere entwurmen (sofern sie Mäuse fressen). Die Eier können im feuchten Boden zwar lange Zeit ansteckend bleiben, doch  Trockenheit vertragen sie nicht. Einatmen, wie manchmal behauptet, ist eher unmöglich.

 

Fuchs nicht für Bodenbrüterrückgang verantwortlich

Nicht der Fuchs, sondern der Lebensraumverlust durch Zersiedlung und intensive Landwirtschaft sind für den Rückgang der Bodenbrüter verantwortlich (Kiebitz, Feldhuhn, Feldlerche, Rebhuhn...). Auch ist der Fuchs nicht der einzige „Feind" von Bodenbrütern (Dachs, Steinmarder, Wildschwein, Katze...).

 

Fuchs kein Schädling der Forst- und Landwirtschaft

Der Fuchs vertilgt enorme Mengen an Mäusen und ist bei den Forstwirten schon lange als Nützling bekannt. Auch Hühner können den „Räubern" zum Opfer fallen, allerdings nur dort wo diese nicht gut geschützt sind. Landwirte, deren Ertrag an den Hühnern oder Kaninchen hängt, haben längst die nötigen Vorkehrungen getroffen. Der Abschuss von Prädatoren stellt nur eine kurzweilige Lösung dar, da freie Territorien schnell wieder besetzt werden. Die Übertragung von Krankheiten durch Füchse auf Vieh ist, angesichts der Präsenz von Katzen auf jedem Hof, ein fadenscheiniges Argument.

 

Keine Nutzung von Fuchsfleisch und –fell

Den Fuchs als Lieferant für Fleisch oder Fell zu sehen ist bei uns anachronistisch, und auch in Gegenden mit schlechtem Nahrungsangebot wird, wegen dem Parasitenbefall nur selten auf Prädatoren zurückgegriffen.

 

 

(c) Patric Lorgé

 

 



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